HWG-Mitglied Machulez Transport liefert Seekies für Norddeutschland

Interview mit Lutz Machulez-Hellberg, Geschäftsführer der Machulez Transport GmbH und der Shipping Material Trading GmbH

Copyright: Machulez Transport GmbHHerr Machulez-Hellberg, im Mai 2017 haben Sie am Hansakai in Cuxhaven ein neues Seekieswerk in Betrieb genommen. Wie kam es zu dieser Erweiterung und welche neuen Märkte eröffnen sich hierdurch?

Das Seekieswerk bildet die ideale Ergänzung zum bereits seit 70 Jahren gewachsenen Portfolio der Machulez Unternehmensgruppe, erweitert das Produktspektrum und vertieft die Wertschöpfungskette am Hafenstandort Cuxhaven. Es verfügt über eine vollautomatische Zerkleinerungs-, Sieb- und Waschfunktion und nimmt mit rund zwei Hektar Fläche rund 25 Prozent unseres Hafenterminals ein. Die Aufbereitung des Beton-Recyclingmaterials wurde zu diesem Zweck an dem zweiten 25 Hektar großen Standort in der Boden- und Bauschuttaufbereitungsanlage in Nordholz verlagert, um weiterhin alle Leistungen für unsere Kunden anbieten zu können.

Mit weniger als 50 Metern Transportweg zum Seekieswerk bereiten wir dort den bereits an Bord der Schiffe vorkonzentrierten und entwässerten Rohkies normgerecht mit ca. 1.000 Tonnen pro Schicht für die regionalen Betonwerke auf. Einige betontechnologische Anwendungen lassen sich besser mit Rundkorn, also Kies, als mit Splitt realisieren. Dazu zählen Fundamente für Windkraftanlagen, Ortbetonpfähle sowie Projekte, bei denen der Beton über längere Strecken gepumpt werden muss, da der Abrieb an den produktberührenden Teilen beim Rundkorn geringer ausfällt.

Zudem hat sich mit der Gründung der Shipping Material Trading GmbH (SMT) auch das Portfolio der Machulez-Unternehmensgruppe vergrößert. Welche Dienstleistungen bieten Sie durch dieses neue Tochterunternehmen an?

Die SMT bietet unseren Kunden die Ver- und Entsorgung von Baustellen und Handelsunternehmen per Schiff. Alle Produkte, die von der Machulez-Unternehmensgruppe bisher per Lkw zum Endkunden transportiert wurden, können nun von der SMT auch per Binnenschiff oder Küstenmotorschiff zum Endkunden in Norddeutschland ausgeliefert werden. Der Fokus liegt für uns insbesondere auf schwer zugänglichen Häfen sowie der Inselver- und Entsorgung.

Die SMT vertreibt zudem eine neue Flotte von drei Spezialschiffen, für die wir den deutschlandweiten Vertrieb durchführen. Auch diese Spülsaugbagger werden für die Kies- und Baustoffversorgung in Deutschland eingesetzt, wobei nur die M/V Scelveringhe und die M/V Spauwer internationale Gewässer ansteuern, während die M/V Swalinge eher hafennahe Projekte und Kolkschutzprojekte ausführt. Die M/V Spauwer, das effizienteste Schiff der Flotte mit einer Löschleitung von 3.000 Tonnen pro Stunde, hat erst vor Kurzem wieder den Hansakai in Cuxhaven angefahren und 12.000 Tonnen Seekies entladen. Ein Video ist unter http://www.smt-gravel.com/zu sehen.

Zu guter Letzt wird es für die SMT ja bald auch ein neues Terminal in Rendsburg am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) geben. Das Geschäft scheint also gut zu laufen. Wie werden die Standorte Rendsburg und Cuxhaven künftig kooperieren?

Der geplante Start für das Terminal Rendsburg sollte eigentlich am 1. Januar 2018 erfolgen, aber der Baustoffbedarf in Schleswig-Holstein und die regionale Unterdeckung an Baumineralien im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist derzeit so groß, dass am 3. Juni 2017, bereits zwei Tage nach Unterzeichnung des Vertrags, das erste Schiff gelöscht wurde. In den ersten drei Monaten wurden seitdem bereits über 50.000 Tonnen Ware für unsere Kooperationspartner in Schleswig-Holstein geliefert.

Auf dem 4.500 Quadratmeter großen Terminal werden wir vor allem den Hafenumschlag und die Lagerung von Schüttgütern betreiben. Rendsburg ist der einzige nutzbare Seehafen am NOK im Herzen von Schleswig-Holstein. Die Wirtschaftsregion Rendsburg-Eckernförde entwickelt sich derzeit überproportional positiv und unsere lokalen Partner sind bereits Marktführer im Bereich der Versorgung mit Sand und Kies, so dass wir ab dem ersten Tag des Hafenbetriebes einen erfreulichen Absatz verzeichnen konnten.

Fast jedes unserer Produkte wird künftig an beiden Standorten verfügbar sein, wobei Cuxhaven unser Basishafen bleibt. Dort haben wir mehr Fläche und können daher im Zweifelsfall schnell für Nachschub nach Rendsburg sorgen. Auch die zentrale Produktentwicklung, Auftragskalkulation und Qualitätskontrolle wird in Cuxhaven konzentriert bleiben. Die Hafenumschlagstechnik kann durch den NOK per Binnenschiff und hoffentlich bald auch wieder per fester Fährverbindung von Cuxhaven nach Brunsbüttel effizient sowie bedarfsgerecht zwischen den Standorten transportiert werden.

 

 

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