Mehr Innovation für die Windenergie

HWG-Mitglied NPorts diskutiert über den Stillstand der Energiewende und die Auswirkung auf die Maritime Wirtschaft

copyright: Mariko GmbHDie Windenergie ist einer der wichtigsten Treiber der deutschen  Energiebranche. Um die Industrie jedoch in Deutschland und insbesondere im „Wind-Hub Weser-Ems“ zu sichern und um in internationalen Märkten bestehen zu können, sind  Innovationen  unabdingbar. Aus diesem Grund hat das Maritime Kompetenzzentrum, die Mariko GmbH, gemeinsam mit dem Strategierat Maritime Wirtschaft Weser-Ems, der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg und der Hochschule Emden/Leer am 5. März  zu einer Konferenz unter dem Thema  „Stillstand der Energiewende und ihre Auswirkung auf die Maritime Wirtschaft“ eingeladen. Einer der rund 70 Teilnehmer war auch Werner Repenning, Leiter des Stabsbereiches Strategische Unternehmensentwicklung beim HWG-Mitglied Niedersachsen Ports (NPorts).


NPorts treibt schon seit Jahren Innovationen am Standort Cuxhaven an. So besitzt der Hafen als erster der fünf niedersächsischen Seehäfen seit dem letzten Jahr eine Landstromanlage für die Frachtschifffahrt, um Luftschadstoffe und Lärm zu vermeiden und den Verbrauch von Kohlendioxid zu reduzieren. Außerdem hat sich der Hafen in den letzten Jahren zum Deutschen Offshore Industrie Zentrum entwickelt.


Bei der Podiumsdiskussion wies Herr Repenning jedoch darauf hin, dass sich auch im Hafen Cuxhaven der Stillstand bei der Energiewende bemerkbar mache: „Ausgehend von den ursprünglich ausgegebenen Ausbauzielen für Offshore Windkraftanlagen von 25 Gigawatt bis zum Jahr 2030 hat das Land Niedersachsen über seine Hafengesellschaft Niedersachsen Ports sehr viel Geld in den Ausbau seiner Offshore-Basis in Cuxhaven investiert und mehr als 1.000 Meter schwerlastfähige Kajen und Stauflächen geschaffen. Durch die Deckelung der Ausbauziele auf 15 Gigawatt bis zum Jahr 2030 werden deutlich weniger Offshore-Windkraftprojekte umgesetzt, was sich auch negativ auf die Auslastung dieser Hafenanlagen auswirkt.“


Daneben plädierte Herr Repenning  während der Diskussion dafür,  bei regenerativen Energien nicht nur die Stromversorgung im Auge zu haben, sondern weiter zu denken und auch die Sektorenkopplung stärker zu berücksichtigen. In Norddeutschland stehe Wind als erneuerbare Energie in großen Mengen zur Verfügung. Bisher fehle es jedoch an Lösungen, wie Windkraft gespeichert, transportiert und zum Beispiel auch alternativ für den Mobilitätsbereich genutzt werden kann. In diesem Zusammenhang berichtete er vom Projekt „WASH2Emden“, welches im Dezember startete. Demnach wird im Hafen Emden untersucht, welche Möglichkeiten bestehen, Wasserstoff aus Überschuss-Windstrom zu erzeugen und Nutzern im Hafen zur Verfügung zu stellen. Diese und weitere Anschauungsprojekte liefern nicht nur Erkenntnisgewinne, sondern können zudem dazu beitragen, auch die Akzeptanz von Windenergie bei der Bevölkerung anzuheben, die für den Erfolg der Branche essentiell ist.


Auch am Standort Cuxhaven setzt man sich bereits intensiv mit den Möglichkeiten der Energiegewinnung aus Wasserstoff auseinander. So veranstaltete das Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) am 29.04.2019 gemeinsam mit der Agentur für Wirtschaftsförderung Cuxhaven eine Veranstaltung mit dem Schwerpunktthema „Wasserstoff“. Neben der Thematisierung des Wasserstoffs als Energieträger der Zukunft tauschten sich die teilnehmenden Akteure zur Schaffung weiterer Netzwerke aus. Darüber hinaus wird im Juni  eine Konferenz zum Thema „Offshore Windenergie und Wasserstoff“ veranstaltet, an der auch der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies teilnehmen wird. Dies vor dem Hintergrund, dass auch das Land Niedersachsen künftig verstärkt auf Wasserkraft als Energieträger setzt, um die Energiewende weiter voran zu bringen.

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