29. Niedersächsischer Hafentag

Niedersächsische Seehäfen sind bereit für kommende Herausforderungen

Niedersächsischer Hafentag. Copyright: Hafenwirtschaftsgemeinschaft CuxhavenZum inzwischen 29. Mal trafen sich am 23. August rund 350 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zum Niedersächsischen Hafentag, um dort zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen zu diskutieren. Zentrale Themen waren in diesem Jahr der digitale Wandel und der Brexit. Der diesjährige Veranstaltungsort war der Marinestützpunkt in Wilhelmshaven.


Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann hob in seiner Rede die große Bedeutung der Digitalisierung für Schifffahrt und die niedersächsischen Seehäfen hervor. Bereits jetzt hat der digitale Wandel enorme Auswirkungen auf diese Bereiche und ist somit eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Deshalb sollen die Häfen im Rahmen des Masterplans Digitalisierung bis 2022 Breitbandanschlüsse und eine flächendeckende 4G-Anbindung erhalten.


Timo A. Schön, Geschäftsführer der Marketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen, betonte, dass die Häfen auch in anderen Bereichen auf zukünftige Entwicklungen vorbereitet sind: „Die Niedersächsischen Seehäfen sind flexibel und breit aufgestellt, um für die nahenden Herausforderungen gewappnet zu sein. Ein gutes Beispiel ist der Brexit, von Anfang an sind wir von einem Worst Case Scenario ausgegangen und haben entsprechende Vorkehrungen getroffen.“


So hat beispielsweise der Hafen Cuxhaven seine Lagerflächen erweitertet, damit es genug Platz für Ausnahmefälle von Waren gibt, bei denen die Zollabfertigung länger dauert. Dabei sind vor allem die unbegleiteten Verkehre ein großer Vorteil von Cuxhaven. „Dadurch, dass die Trailer- und Containerverkehre über Cuxhaven unbegleitet laufen, erwarten wir keine Warteschlangen und keine Rückstaus. In Problemfällen kann der Terminalmitarbeiter vor Ort den Exporteur bei der Nachbearbeitung unterstützen, so werden diese gewöhnlich vor der Schiffsabfahrt gelöst. Da Fahrer und Zugmaschine entsprechend darauf nicht warten müssen, können diese nach Ablieferung der Trailer/Container im Hafen gleich wieder los und es gibt auch keine Auswirkungen auf die übrigen Ladungen“, erklärt Hans-Peter Zint, Vorsitzender der Hafenwirtschaftsgemeinschaft Cuxhaven. Zusammen mit einer neuen Software für den elektronischen Datenaustausch mit dem Zoll und umfangreichen Schulungen der Mitarbeiter sieht sich Cuxhaven deshalb bestens für jeglichen Ausgang des Brexits gerüstet.


Der Hafentag ist traditionell auch Anlass, um die aktuellen Entwicklungen in Niedersachsens Seehäfen zu diskutieren. Diese konnten im ersten Halbjahr 2019 insgesamt rund 27 Millionen Tonnen im Seeverkehr umgeschlagen und verzeichnen damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Wachstum von rund 7 Prozent. Damit beweisen die Seehäfen in Niedersachsen, dass sie in ungewissen Zeiten sturmfest sind.

 

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